Als ich vor 13 Jahren zum ersten Mal Krebs hatte, war ich praktisch von einem Tag auf den anderen für eine gute Zeit von der Arbeit weg. Heimlich, still und leise. Wenn man schwul ist, öffnet man damit Tür und Tor für die wildesten Spekulationen und Gerüchte. Auf einmal hat man dann Aids. Als ich damals zurück zur Arbeit kehrte, schenkte ich meinen Arbeitskollegen reinen Wein ein, und die Sache war gegessen. Damals entschied ich mich nicht mehr zu verstecken. Ich war seit gut einem Jahr mit meinem (immer noch :=)))) aktuellen Partner zusammen. Er ging sowieso offener mit seiner Homosexualität um als ich. Er war die treibende Kraft damit ich endlich sagen konnte: „Jetzt zeigst du wer du bist, und wem das nicht passt, der soll dich mal! |
Als ich diesmal die Diagnose bekam, stand für mich fest, dass ich sofort in die Offensive gehen müsste. Um falsches Denken, Spekulationen und faule Gerüchte zu verhindern. Als Fraktionssekretär und Presseattaché einer politischen Partei, als kleines Persönchen des sogenannten „öffentlichen Lebens“ kann man außerdem, denke ich, sowieso nicht anders. Ein paar Monate heimlich, still und leise weg vom Fenster bleiben geht nicht. Man ist diese Information der Presse und allen anderen mit denen man tagein tagaus im Berufsleben zu tun hat, schuldig. Was die Drecksblätter der sogenannten "Pressegruppe Nicolas" mit dieser Information getan haben steht auf einem anderen Blatt. Es war kaum damit zu rechnen, dass diese Schmuddelblätter sich an den verhaltenskodex der Presse halten würden. |
